Baustoffe
nachhaltige Baustoffe
Slide 1
Baustoffe

Neubau mit recycelten oder nachwachsenden Baustoffen

nachhaltige Baustoffe

Um Treibhausgase im Bausektor einzusparen, kommt es nicht nur darauf an, Gebäude mit erneuerbaren Energien zu bewirtschaften. Man sollte auch darauf achten, nachhaltige Baustoffe zu verwenden. Architects For Future fordert etwa, dass die künftige Bundesregierung die gesetzlichen Mindeststandards für nachhaltiges Bauen heraufsetzt. Bislang werden im Gebäudeenergiegesetz nicht einmal die grauen Emissionen berücksichtigt. Aber auch die Produktion klimabelastender Baustoffe, wie etwa Beton, müssen eingespart und stattdessen recycelte Baustoffe eingesetzt oder durch nachwachsende bzw. ökologische Materialien wie Holz, Hanf, Kork, Lehm oder Schafwolle ersetzt werden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bestand 2019 immerhin mehr als jeder sechste Neubau (18 Prozent) aus dem Baustoff Holz – Tendenz steigend. 

Nähere Beratung finden Sie auch bei unseren Anbietern: https://www.nachhaltigerbauen.de/anbieter/


Nachhaltige Baustoffe


Mauersteine

Das Hauptmaterial beim Hausbau ist der Mauerstein beziehungsweise Mauerziegel. Folglich kommt ihm auch beim ökologischen Bauen eine besondere Bedeutung zu. Sowohl das äußere Mauerwerk als auch die Innenwände bestehen in der Regel aus Mauerziegeln. Infrage kommen Ziegel, Natursteine oder Lehmprodukte. 

Ihr Ausgangsmaterial ist hierzulande nahezu überall zu finden. Versuchen Sie also einen Hersteller in Ihrer unmittelbaren Nähe für sich zu gewinnen. Die Rohstoffe zum Herstellen von Ziegelsteinen sind Ton und Lehm. Aber auch Ziegel aus Kalksandstein kommen immer häufiger beim Bauen zum Einsatz. Sie sind in einem größeren Format erhältlich als übliche Ziegelsteine. 

Ihre Vorteile: Sie sind hervorragende Wärmespeicher und weisen eine gute Schalldämm-Wirkung auf. Das Herstellen der Ziegel erfordert insgesamt viel weniger Energie als bei gewöhnlichen Ziegelsteinen. Allerdings haben Kalksandsteinziegel keine gute Wärmedämmung. 


Lehmbaustoffe 

Aufgrund der Witterungsbedingungen in Deutschland sind Lehmbaustoffe nur für den Innenausbau geeignet. Sie zeichnen sich durch eine sehr gute feuchtigkeitsregulierende und wärmespeichernde Wirkungsweise aus. Generell sorgt Lehm für eine besondere Wohlfühlatmosphäre. 

Zusätzlich ist der Energieaufwand zum Herstellen von Lehmbaustoffen äußerst gering. Andererseits haben sie aber keine gute Wärmedämmung. Es gibt Lehmbaustoffe als Lehmsteine oder Lehmputze. Experten sind sich einig: Lehmputz ist das ökologisch beste Putzmaterial. Allerdings ist er nur für den inneren Wohnbereich geeignet. 


Holzbaustoffe 

Holz ist und bleibt der beliebteste Rohstoff für ökologisches Bauen. Stammt das Material aus regionaler, nachhaltiger Forstwirtschaft hat es eine exzellente CO2-Bilanz. In diesem Fall ist Holz einer der umweltfreundlichsten Baustoffe überhaupt. Für Dachkonstruktionen ist Holz selbstredend die beste Wahl. 

Aber auch für Fassaden, Bodenbeläge und Wände ist es hervorragend geeignet. Erst wenn die Industrie Holz zu spezifischen Bauteilen verarbeitet, fällt der Energieaufwand dafür unter Umständen sehr hoch aus. Vor allem Span-, Hartfaser- und Sperrholzplatten sind ökologisch nicht sinnvoll. 


Dämmstoffe 

Nachhaltige Dämmstoffe mit einer guten Umweltbilanz sind Flachs, Hanf, Kokosfasern, Schafwolle, Schilf und Stroh. Allerdings sind Kokosfasern sowie Schafwoll-Dämmstoffe aus Neuseeland oder Australien aufgrund der langen Transportwege zumindest in europäischen Gefilden keine sinnvolle Alternative.


Bambus – Top oder Flop?

Zunehmend verbreitet sich Bambus als ökologischer Baustoff. Doch dies ist nur bedingt richtig. Zwar ist Bambus durchaus ein natürliches Material mit ausgezeichneten Eigenschaften für Bauvorhaben. Doch ökologisch betrachtet, macht die Pflanze nur dort Sinn, wo sie auch wächst. So ist Bambus beispielsweise in Thailand, Costa Rica und Indonesien der Öko-Baustoff schlechthin.

Die Pflanze wächst extrem schnell nach. Dabei bindet sie riesige Mengen an Kohlendioxid und produziert enorm viel Sauerstoff. Als Baustoff ist Bambus sehr leicht, extrem hart, elastisch und überaus druck- und zugfest. Ihn als Baumaterial nach Europa zu verschiffen, ist allerdings nicht zielführend. Zu hoch ist der Energieaufwand für den Transport. Weshalb heimische Baustoffe nachhaltiger sind.

Ökologische Vorteile (heimischer) nachwachsender Baustoffe:

Ökologische Farben und Lacke 

Farben und Lacke gibt es heutzutage ebenfalls verstärkt in der Öko-Variante. Sie bestehen aus veganen Grundstoffen, wie pflanzliche Farbpigmente, Baumharze, Wachse, Öle und Fette. Die Vielfalt ist nahezu unerschöpflich. Weltweit gibt es zig Pflanzenstoffe, die je nach klimatischen, geologischen und genetischen Bedingungen individuelle Eigenschaften haben. Beim ökologischen Bauen erhalten jedoch regionale Materialien besser immer den Vorzug.


Öko-Fußböden 

Im Bodenbereich gelten vor allem Holz und Kork in Bio-Qualität als ökologisch-wertvolle Materialien. Sie sorgen für Wohngesundheit auf höchstem Niveau. Naturbelassen sind sie frei von Schadstoffen und Emissionen. Außerdem sorgen sie für ein angenehmes Laufgefühl. Aber auch Fliesen und Steinböden sind durchaus nachhaltige Alternativen. 

Voraussetzung sind eine natürliche Oberflächenbehandlung und das ausschließliche Verwenden ökologischer Klebemittel. Teppiche und Wollteppiche sind ebenfalls ökologisch ratsam, sofern es sich um natürliche Ausgangsmaterialien handelt. Außerdem ist es erforderlich, dass das Material frei von chemischen Schadstoffen ist.


Fazit 

Ein Baustoff ist ökologisch, wenn er aus nachwachsenden Rohstoffen besteht und insgesamt eine gute Umweltbilanz vorweist. Ob ein ökologischer Baustoff wirklich nachhaltig ist, darüber entscheidet im Wesentlichen sein Energieaufwand. Das heißt, wie viel Energie ist notwendig, um ein bestimmtes Baumaterial herzustellen und es zum Ort des Bauvorhabens zu befördern? 

Holz, Kork, Lehm und verschiedene Gesteinsarten sind besonders sinnvolle Materialien für das ökologische Bauen. Sie sind am häufig naturbelassen und enthalten keine chemischen Schadstoffe. Idealerweise stammen sie von einem regionalen Hersteller, um die Transportwege so gering wie möglich zu halten. 

Zusätzlich beschränken die Eigenschaften eines Rohstoffes die Einsatzgebiete von ökologischen Baustoffen. So sind Lehmbaustoffe hierzulande nur für den inneren Wohnbereich geeignet. Lassen Sie sich am besten im Fachhandel oder von einem Bau-Experten beraten, um auf jeden Fall ökologische Qualität zu verbauen. Neben Rohstoffen sind Sektoren wie der Wassersektor genauso entscheidend.

 

https://passiv-wohnen.de/aufbau-passivhaus/     Weitere Infos dazu findet ihr auch auf der Webseite von Passiv Haus